Menged – Auf dem Weg

Daniel Taye Workou, Äthiopien/Deutschland 2006. Spielfilm 21 Minuten. Sprache: Amharisch; Untertitel: deutsch/französisch/englisch. ab 14 Jahren

Viele Wege führen zum Ziel... Ein Vater und sein Sohn sind mit ihrem Esel unterwegs zum entfernt gelegenen Markt, wo sie einen Sack Getreide verkaufen wollen. Der Vater lässt den ermüdeten Sohn auf dem Esel reiten, er selber geht zu Fuss. Unterwegs begegnen sie verschiedenen Personen, die ihnen Ratschläge bezüglich ihrer Fortbewegungsart erteilen: So rät ein Priester, der Vater solle anstelle des verwöhnten Sohns auf dem Esel reiten; ein Händler ist der Meinung, Vater und Sohn müssten beide zusammen auf dem Esel reiten… Vater und Sohn nehmen alle Ratschläge willig entgegen und befolgen sie – mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Nachdem sie alles ausprobiert haben, führt sie eine Einsicht wieder auf ihren eigenen Weg: «Wir hören auf unser Herz und tun das, was wir schon immer getan haben.» Die Geschichte greift ein traditionelles Volksmärchen auf, von dem sich schon La Fontaine und die Gebrüder Grimm inspirieren liessen. Auf humorvolle Art karikiert der Regisseur Facetten äthiopischer Denk- und Lebensweisen. Dabei spielt er auf das blinde Vertrauen in religiöse Obrigkeiten sowie die unkritische Befürwortung der freien Marktwirtschaft oder auf Fehlinvestitionen einer misslungenen Entwicklungszusammenarbeit an. Der Film ist nicht als dokumentarische Abbildung der Realität zu verstehen, sondern als modernes Märchen; als Parabel für das heutige Äthiopien, ein Land im Übergangsstadium zwischen Tradition und Moderne. Darüber hinaus regt uns der Film an, über unseren eigenen Umgang mit Traditionen und Änderungsvorschlägen nachzudenken.

 

Begleitmaterial