Be quiet

Sameh Zoabi, Frankreich/Palästina 2005.Spielfilm, 19 Minuten. Sprache: Arabisch/Deutsch; Untertitel. ab 14 Jahren

Nach der Beerdigung von Onkel Nader kehren Ibrahim und sein Vater von Jenin (Palästina) zurück nach Nazareth (Israel), wo sie als israelische Araber wohnen. Woran der Onkel gestorben ist, will der Vater Ibrahim nicht sagen. Unterwegs werden die beiden zuerst von palästinensischen Soldaten aufgehalten, dürfen jedoch dank ihrer israelischen Autonummer ungehindert passieren. Kurz darauf werden sie am Checkpoint von israelischen Grenzwächtern angehalten, der Vater wird abgetastet und der Rucksack des Sohns wird durchsucht, der u.a. ein blutverschmiertes Palästinensertuch (das offensichtlich dem verstorbenen Onkel Nader gehört hat) enthält, das der Junge ohne das Wissen des Vaters eingepackt hat. Die Soldaten sehen das Blut nicht und lassen die beiden passieren. Dennoch ist der Vater sichtlich angespannt, und sein Sohn reagiert aggressiv und provokativ. Die angespannte Stimmung, die in der Luft liegt, überträgt sich auf die beiden. Auf dem Weg sehen sie nach ihren Feldern, wo es fast zum Eklat kommt: Trotz des Verbots des Vaters, das Auto zu verlassen, steigt der Junge aus und wird beinahe von einem Lastwagen überfahren. Als der Vater ihn bestrafen will, wirft der Sohn einen Stein gegen ihn – und trifft ein zufällig vorbeifahrendes Auto … Begleitet von Klängen arabischer Musik fahren Ibrahim und sein Vater schliesslich weiter. Der Film vermittelt eine grosse Beklemmung und lässt uns mit offenen Fragen nach Heimat und den eigenen Wurzeln zurück.

 

Begleitmaterial